Kritische Erwachsenenbildung

in memoriam

Univ.-Prof. Dr. Erich Ribolits (2.12.1947-7.4.2021)

 

Streitbar und unnachgiebig kritisch. Scharfer Beobachter und nuancierter Denker. Unermüdlicher Analyst gesellschaftlicher Pathologien und unnachgiebiger Verfechter eines guten Lebens für alle. So kannten, schätzten und liebten wir Erich Ribolits. Er verstarb am Mittwoch, 7. April 2021, nach schwerer Krankheit in Wien.

Erich Ribolits meldete sich zu Wort. Er schrieb eindrückliche Texte, in denen er mit ständig neuen Nuancierungen die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft und das (Erwachsenen-)Bildungsgeschehen analysierte und kritisch kommentierte. Er sprach in zahlreichen Vorträgen über kritisch-emanzipatorische Bildung und deren Verunmöglichung in derzeitigen Verhältnissen. Er engagierte sich in Diskussionsrunden und vertrat dort nachdrücklich seine Positionen in bildungspolitischen und gesellschaftspolitischen Fragen. Er mischte sich in das bildungspolitische Tagesgeschäft ein und war ein wichtiger Unterstützer von Initiativen, die von der Basisbildung über studentische Proteste bis hin zur kritischen Erwachsenenbildung reichten. Er berührte und bewegte unzählige Studierende, indem er sie in kritische Erkenntnisse mitnahm und bei vielen einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Erich Ribolits zerlegte den vorherrschenden Arbeitsmythos, kritisierte gesellschaftliche Pathologien und klagte das Bildungssystem für seine Funktionalität für die kapitalistische Produktionsweise und die bürgerliche Herrschaft an. Seine Analysen waren unnachgiebig negativ und doch hielt er zugleich an der Überzeugung fest, dass ein anderes Leben, eine andere Gesellschaft, eine andere Bildung möglich sind. Er stritt für die Muße, er forderte ein gutes Leben für alle und erkundete jüngst lustvolle pädagogische Dimensionen.

Eindringlich, provokant und kämpferisch formulierte Erich Ribolits seine kritischen Einwände. Sanft, aber entschieden vertrat er seine Positionen. Aber auch wütend und anklagend.

Du wirst uns fehlen – als scharfer, kritischer Denker, als Unterstützer, als herausfordernder und zugleich fördernder Gesprächspartner, als Freund.

Daniela Holzer & Christian Kloyber, Graz, Wien, 8. April 2021

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Terminaviso

Aufgrund der Covid-19-Situation wird die 12. „dark side“ auf Herbst 2021 verschoben.

The dark side of adult education, Vol. 12
Alte Hoffnungen – neue Perspektiven

Mi, 24.11. – Fr, 26.11. 2021

Neuer Veranstaltungsort: Bildungshaus Schloss Retzhof, Leitring bei Leibnitz


 

Manifest zur kritischen Erwachsenenbildung

Diese Thesen richten sich an alle, die sich „nicht derart regieren lassen wollen“ und den Auftrag und die Möglichkeit der Erwachsenenbildung ernst nehmen, zu einer Gesellschaft beizutragen, die ein gutes Leben für alle ermöglicht. …
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Manifesto for critical adult education

These theses are addressed to all those who take seriously the mission and the possibility of adult education to contribute to a society that enables a good life for all. …
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Publikationen

Buchcover Lust - die ignorierte Dimension der Pädagogikschulheft 171: Lust – die ignorierte Dimension der Pädagogik. Redation: Eveline Christof und Erich Ribolits

 

 

 

cover WeiterbildungswiderstandDaniela Holzer (2017): Weiterbildungswiderstand. Eine kritische Theorie der Verweigerung. Bielefeld: transcript.

 

 


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