Arbeitstagung – dark side 10

Einladung und Call

The dark side of adult education, Vol. 10


diskutieren – solidarisieren
Perspektiven kritischer (Erwachsenen-)Bildung

8.-10. Oktober 2018 (Beginn: 8.10., 14:00 – Ende: 10.10., 13:30)
Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb), Bürglstein 1-7, A-5360 St. Wolfgang i. S.

Die Ausgangslage: unausgeschöpfte Potenziale der Zusammenarbeit

Kritische (Erwachsenen-)Bildung ist derzeit weit davon entfernt, eine zentrale Rolle im Feld einzunehmen. Dennoch wird gesellschaftskritische Bildungstheorie, Bildungsforschung und Bildungspraxis von vielen engagierten Menschen an verschiedensten Orten gepflegt und vorangetrieben. Manche sind in konkreten Initiativen und Gruppen organisiert, andere sind eher lose vernetzt. Manche Mitstreiter*innen kennen sich persönlich, andere über Publikationen, wieder andere werden vielleicht noch gar nicht wahrgenommen.

Diese vorhandenen kritischen Stimmen müssen lauter werden und eine gemeinsame Kraft entwickeln, um den aktuellen Entwicklungen in der Gesellschaft und damit verbunden der (Erwachsenen-)Bildung wirkmächtiger entgegentreten zu können. Die Potenziale der Zusammenarbeit bleiben aber noch unausgeschöpft und es daher bedarf es eines intensiveren Austausches, einer stärkeren Vernetzung, vielleicht sogar einer tragfähigen Organisierung.

Das Anliegen: gemeinsam an einer Stärkung des Kritischen arbeiten

Um gemeinsam eine Stärkung des Kritischen voranzutreiben, wird „The dark side“ heuer – anlässlich ihrer 10. Ausgabe und nun unter dem neuen Titel „The dark side of adult education“ – als größer angelegte Arbeitstagung konzipiert. Das Anliegen ist es, eine große Zahl an kritisch engagierte Menschen aus Wissenschaft und Praxis der (Erwachsenen‑)Bildung dazu zu bewegen, in einen intensiveren Austausch zu treten, sich über gemeinsame und auch differente Zugänge und Ziele zu verständigen, kritische Selbstvergewisserung anzustoßen und so eventuell eine Basis für eine Stärkung kritischer (Erwachsenen‑)Bildung zu schaffen.

Das Format: Arbeitstagung mit Aktivitäten aller Teilnehmenden

Das Format der Veranstaltung ist eine Arbeitstagung, die davon lebt, dass sich alle Teilnehmenden zugleich mit einer eigenen Aktivität einbringen. Es werden daher alle Interessierten eingeladen, sich daran zu beteiligen, im eröffneten Raum inhaltliche Auseinandersetzungen mitzugestalten. Unsere Aufgabe als Veranstalter*innen – eine Gruppe kritisch engagierter Personen aus verschiedenen wissenschaftlichen und bildungspraktischen Zusammenhängen – sehen wir darin, den Rahmen dafür zu schaffen und die Tagung zu strukturieren und zu begleiten.

Wir laden daher alle kritisch Interessierte und Engagierten ein, Vorschläge einzureichen, mit welchen Aktivität(en) sie diese Tagung mitgestalten wollen. Für die Vorhaben gilt:

  • Sie sollen jedenfalls daran orientiert sein, zu einem Austausch über kritische Positionierungen, Selbstverständnisse und eventuell weitere Vernetzungen und Organisierungen beizutragen. Es sollen daher Thesen und Fragen im Vordergrund stehen, die Diskussion und Auseinandersetzung ermöglichen. Klassische Vorträge sind dafür aus unserer Sicht eher weniger geeignet.
  • Sie können von unterschiedlich vielen Personen gestaltet werden (von Einzelpersonen bis hin zu größeren Gruppen)
  • Sie können unterschiedliche Formen annehmen, z.B. Diskussionsrunden, Lesekreise, Podiumsdiskussionen, Thesenpräsentationen, Impulsvorträge, Theoriereflexionen, Praxisplanungen, konzeptionelle Arbeit, gemeinsame Schreibprozesse, Entwicklung von Positionspapieren …

Die Fragen: inhaltlich-programmatische Rahmung

Für die inhaltliche Ausrichtung steht den Aktivitäten ein breiter Raum zur Verfügung, weil sich hinter einer „kritischen (Erwachsenen-)Bildung“ vielfältige Zugänge versammeln. Zweifelsohne sind Differenzen innerhalb kritischer Positionierungen auszumachen, die aber in einen bereichernden Dialog gebracht werden können und müssen. Es lassen sich aber auch grundlegende Gemeinsamkeiten feststellen, die sich aus unserer Sicht vor allem an der Überzeugung festzumachen, dass andere gesellschaftliche Verhältnisse möglich sind und eine Gesellschaft angestrebt wird, die nicht von Herrschaft, Machtmonopolen, Unfreiheit, Ungerechtigkeit, Ungleichheit etc. durchdrungen ist.

Die folgenden Fragen skizzieren ergänzend zu grundlegenden Gemeinsamkeiten einen groben Rahmen für die inhaltliche Ausrichtung und die Einreichungen sollen um einen oder mehrere Aspekte aus diesen Fragen kreisen:

  1. Welche Projekte oder Praxen ermöglichen es, unter erdrückender neoliberaler Hegemonie kritische Impulse zu setzen? Gibt es Möglichkeiten in der Erwachsenenbildung Zwischenräume der Kritik zu nutzen und zu erweitern?
  2. Welche Möglichkeiten der Verwirklichung von Kritikfähigkeit fördernder Bildung bestehen unter den aktuell gegebenen strukturellen Bedingungen der Erwachsenenbildung?
  3. Welche Ressourcen, Medien usw. gibt es? (Zeitschriften, Tagungen, Netzwerke, Verteilerlisten, Förderungen,…)
  4. Wie lässt sich Rollenverständnis und professionelles Verhalten von Erwachsenenbildner*innen charakterisieren, die mit dem Anspruch antreten, Kritikfähigkeit bei Lernenden fördern zu wollen?
  5. An welchen Merkmalen lassen sich grundsätzliche Unterscheidungsmerkmale von Erwachsenenbildungsveranstaltungen mit kritischem bzw. affirmativem Charakter dingfest machen?
  6. Wo könnte eine – wenn auch diffuse – Grenze zwischen kritischer Kritik und affirmativer/vereinnahmter Kritik gezogen werden?
  7. Was meinen wir mit Kritik? Welche kritischen Positionen können welche Impulse geben? Was sind die Gemeinsamkeiten und Differenzen unseres kritischen Verständnisses?
  8. Aus welchen theoretischen Ressourcen schöpfen wir für die Theorie und Praxis der kritischen (Erwachsenen-)Bildung?
  9. Welche Reichweite und Radikalität gesellschaftlicher Transformation haben wir in der (Erwachsenen-)Bildung im Blick? Wohin wollen wir?
  10. Welche Bedarfe und Möglichkeiten gibt es, kritisch denkende und handelnde Personen zu gemeinsamer Stärke zu verweben – In aller Verschiedenheit und dennoch einem Mindestmaß an Gemeinsamkeit, gesellschaftliche Verhältnisse grundlegend transformieren zu wollen? Welchen Beitrag kann kritische Erwachsenenbildung dazu leisten?
  11. Welche Strategien der kritischen Vernetzung gibt es?

Einreichen und Auswahl

  • Die einzureichenden Aktivitätsvorschläge haben einen Umfang von max. 2.000 Zeichen inkl. LZ und sollten jedenfalls folgende Angaben enthalten: Mitwirkende, Titel, Format, Ziel und Vorhaben, erwünschter Zeitrahmen (von 1,5h bis 3h).
  • Die Vorschläge sind ab sofort und bis spätestens 30.04.2018 über die Homepage http://kritische-eb.at einzureichen.
  • Jede Einreichung wird umgehend von zwei Veranstalter*innen darauf geprüft, ob sie dem in den Fragen skizzierten Anliegen der Tagung entspricht. Wir Veranstalter*innen behalten uns lediglich vor, Einreichungen zurückzuweisen, die keinerlei gesellschaftskritischen Bezug aufweisen oder die rassistische, klassistische, sexistische oder andere diskriminierende Aspekte beinhalten.
  • Die Einreichungen werden nach der erfolgten Prüfung in der Reihenfolge ihres Eintreffens akzeptiert und damit fix in das Programm aufgenommen.
  • Die akzeptierten Einreichungen werden zeitnah auf der Homepage http://kritische-eb.at veröffentlicht. Die Veröffentlichung der Beiträge bereits vor der fertigen Gestaltung des Programms ist möglich, weil bei Einhaltung der skizzierten Rahmungen keine weitere Selektion stattfindet, sondern die Vorschläge umgehend akzeptiert werden. Die Veröffentlichung erfolgt aufgrund folgender Überlegungen:
    • Die Themen und Aktivitäten sind jederzeit sichtbar und die Programmpunkte der Tagung wachsen nach und nach zu einem Gesamtbild.
    • Personen, die Einreichungen planen, können bisherige Angebote einsehen und ihre eigenen Überlegungen eventuell daran orientieren, beispielsweise indem sie bisher unbeleuchtete Themen aufgreifen, an vorhandene Aktivitäten anknüpfen oder auch Kontakt und eventuelle Zusammenarbeit mit bereits vorhandenen Einreichungen suchen.
    • Für die Planung von Einreichungen ist jederzeit transparent, ob aufgrund beschränkter Teilnahme-Kapazitäten weitere Einreichungen möglich sind.
  • Die Teilnehmendenzahl und damit zugleich die Anzahl der aktiv beteiligten Personen ist aufgrund der organisatorischen Möglichkeiten auf rd. 70 Personen beschränkt. Die Anmeldung zur Tagung und die damit verbundenen Zimmer- und Essensbuchungen erfolgt gesondert über die Homepage des Bundesinstituts für Erwachsenenbildung (bifeb) http://www.bifeb.at. Es gibt keine Tagungsgebühren. Kosten für Anreise, Unterbringung und Verpflegung sind selbst zu tragen.
  • Ergibt sich aus den Einreichungen eine Überschreitung der Teilnehmendenzahl, so entscheidet die Reihenfolge der Einreichungen über die Teilnahmemöglichkeit. Es gilt daher: Frühe Einreichungen sichern die Aufnahme ins Programm.
  • Die Veranstalter*innen gruppieren bis ca. Juni 2018 die zugelassenen Aktivitäten zu einem Programm, das strukturierend sein soll, zugleich aber eine gewisse prozessuale Offenheit beibehält.

Die Veranstalter*innen

Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb) http://www.bifeb.at
Initiative Kritische Erwachsenenbildung http://kritische-eb.at

Beteiligte Personen: Christian Kloyber, Daniela Holzer, Sabine Aschauer-Smolik, Ingolf Erler, Erich Ribolits, Walter Schuster und Stefan Vater

Rückfragen an: Daniela Holzer (daniela.holzer@uni-graz.at)